Eliana Lukoszek Eliana Lukoszek

Mein Weg mit ADHS – und warum ich heute andere begleite

Dieser Beitrag ist persönlich. Du kannst ihn komplett lesen oder abschnittsweise – so, wie es sich für dich gut anfühlt.

Mein Weg mit ADHS

Ich habe schon früh gemerkt, dass ich anders bin. In der Grundschule bekam ich meine ADHS-Diagnose. Damals hatte ich noch keine Worte dafür, was das eigentlich bedeutet, aber ich habe es jeden einzelnen Tag gespürt.

Ich war das Kind, das fast täglich Strafarbeiten schreiben musste, weil es im Unterricht zu viel geredet hat und nicht still sitzen konnte. Mein Kopf war schneller als der Raum, in dem ich saß.

Schule, Anderssein und der Klassenclown

In der Klasse war ich oft so etwas wie der Klassenclown, die, die dazwischenredete, Witze machte, für Ablenkung sorgte. Für andere war das lustig. Für mich hatte es Folgen.

Denn dieses Anderssein macht etwas mit einem Kind. Nicht nur, weil ich schon sehr früh lernen musste, mit Mobbing umzugehen, sondern weil es meine Denkweise geprägt hat. Ich begann mir Fragen zu stellen, die sich ein Kind eigentlich nicht stellen sollte. Warum bin ich anders? Warum mögen mich manche Kinder weniger, obwohl ich so viel Liebe zu geben habe?

Zuhause, Überforderung und erste Hilfe

Auch zu Hause war es dadurch nicht leichter. Ich saß drei Mal so lange an den Hausaufgaben wie meine Schwestern. Mein Kopf war voller Gedanken und Ideen, aber selten dort, wo er gerade sein sollte.

Meine impulsiven Einfälle von denen viele ganz klar aus meiner ADHS-Energie entstanden sind waren nicht immer besonders klug. Heute kann ich darüber schmunzeln. Damals hatte ich oft das Gefühl, einfach „zu viel“ zu sein.

Als ich mit Ergotherapie begann, veränderte sich etwas. Zum ersten Mal gab es einen Raum, in dem ich mich körperlich und geistig auspowern durfte. Einen Ort, an dem ich nicht bewertet wurde. Eine neutrale Person, mit der ich über alles reden konnte.

Diese eine Stunde pro Woche war für mich etwas Besonderes, ein sicherer Ort. Und ich habe mich jedes Mal aufs Neue darauf gefreut.

Ich dachte, es sei verschwunden

Je älter ich wurde, desto weniger habe ich mich bewusst mit meinem ADHS beschäftigt. Ich dachte, es hätte sich verwachsen. Als wäre es einfach verschwunden.

Heute weiß ich, dass das nicht stimmt. Im Rückblick kann ich sehr klar erkennen, was in den letzten Jahren durch mein ADHS geprägt war und was nicht. Trotzdem war es lange kein Thema für mich.

Der Moment der Klarheit im Studium

Bis zu dem Tag, an dem ich in meinem Studium zur Kindheitspädagogin eine Vorlesung zum Thema ADHS besuchte. Während ich zuhörte, merkte ich plötzlich, dass sich alles zusammenfügte.

Viele Dinge, von denen ich jahrelang dachte, sie seien einfach „normal bei Frauen“, hatten einen Namen. Die innere Unruhe. Die Reizüberflutung. Das ständige Funktionieren. Die Erschöpfung.

Ich erkannte mich wieder und bekam somit Klarheit.

Warum ich heute ADHS-Coaching anbiete

Diese Klarheit möchte ich heute weitergeben. Ich habe ADHS. Auch wenn ich es mir früher nicht ausgesucht hätte und auch heute noch Herausforderungen damit habe, weiß ich, wie viele positive Seiten es mit sich bringt.

ADHS ist ein Teil von mir. Es macht mich zu der Person, die ich bin. Und darauf bin ich stolz.

In meinem Coaching geht es nicht darum, dich zu reparieren oder anzupassen. Es geht darum, dich zu verstehen, dir Raum zu geben und gemeinsam Wege zu finden, die wirklich zu dir passen.

Wenn du dich in diesen Zeilen wiedergefunden hast, dann bist du hier richtig. Vielleicht ist das hier genau der Anfang, den du gerade brauchst.

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